Vorschau 11. Spieltag: FC Viktoria Jöhlingen – SV Völkersbach

Vorschau 11. Spieltag: FC Viktoria Jöhlingen – SV Völkersbach

Posted: | By svv-redakteur


Am Sonntag, 25.10.2026, um 15:00 Uhr heißt es für unsere Blau-Weißen: Taschen packen, Fußballschuhe suchen, Tankfüllstand kontrollieren und hoffen, dass niemand erst fünf Minuten vor Abfahrt merkt, dass noch etwas in der Kabine liegt. Es geht ins Stadion an der Jahnstraße nach Jöhlingen – und damit zur längsten Auswärtsfahrt der Saison.

 

Mehr als 35 Kilometer liegen zwischen dem Wasen und dem Jöhlinger Sportplatz. Für einen Kreisklasse-Kicker ist das schon fast eine Auslandsreise. Andere Vereine fahren für ein Auswärtsspiel kurz um die Ecke – der SVV darf diesmal immerhin eine kleine Sightseeing-Tour durch den Landkreis machen. Fehlt eigentlich nur noch ein Reiseleiter im Mannschaftsbus. Wobei wir fairerweise sagen müssen: Einen Mannschaftsbus gibt es natürlich nicht. Kreisklasse bleibt Kreisklasse.

 

Aber gut: Für drei Punkte darf man auch mal ein paar Kilometer sammeln. Und wenn die Rückfahrt mit drei Punkten im Gepäck stattfindet, fühlt sich die Strecke bekanntlich gleich halb so lang an. Wenn nicht, haben wir immerhin viel Zeit, darüber nachzudenken, warum wir eigentlich so weit gefahren sind.

 

Auch die gemeinsame Geschichte zwischen Viktoria Jöhlingen und dem SVV ist mittlerweile ordentlich angewachsen. Seit Juli 2003 standen sich beide Mannschaften bereits 22-mal gegenüber. Achtmal durfte Völkersbach jubeln, elf Siege gingen nach Jöhlingen und dreimal wurden die Punkte geteilt. Beim Torverhältnis haben die Gastgeber mit 39:30 ebenfalls die Nase vorn.

 

Die Statistik sagt also ziemlich deutlich: Da ist noch Luft nach oben.

 

Wobei man beim SVV ja weiß, dass Statistiken manchmal ungefähr so zuverlässig sind wie die Prognose, wann am Sonntag der erste Spieler wegen einer vergessenen Ausrüstung noch einmal zurück zum Auto muss. Am Ende zählt sowieso nur das, was nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel steht.

 

Und ganz so chancenlos waren unsere Blau-Weißen in Jöhlingen schließlich nicht immer. Der letzte Sieg gegen die Viktoria liegt noch gar nicht so lange zurück und war zudem passend zum Anlass ein echter Feiertag. Am 03.10.2024, dem Tag der Deutschen Einheit, setzte sich der SVV auswärts mit 3:2 durch.

 

Ein Feiertag also, an dem unsere Jungs auch sportlich für Einigkeit sorgten.

 

Seit diesem Feiertag lief es gegen die Viktoria allerdings weniger festlich. Drei Niederlagen folgten auf den letzten Sieg. Die Serie darf am Sonntag also gerne dort enden, wo sie angefangen hat: auswärts in Jöhlingen. Schließlich wollen wir nicht irgendwann bei vier, fünf oder sechs Niederlagen in Folge anfangen, die Statistik aus Prinzip nicht mehr anzuschauen.

 

Der SVV ist nach dem 3:1-Auswärtssieg in Neuburgweier auch im zweiten Spiel in Folge ungeschlagen geblieben. Gegen den VfB Grötzingen gab es am heimischen Wasen beim 2:2 das erste Unentschieden der Saison. Dabei mussten unsere Blau-Weißen gleich zweimal einem Rückstand hinterherlaufen. Erst stellte Abwehrchef Niklas Nußbaum per Foulelfmeter auf 1:1, ehe Luca Hansert kurz vor Ende der regulären Spielzeit mit einem direkt verwandelten Freistoß in den rechten Winkel den Punkt rettete. Gerade dank einer kämpferisch starken ersten Halbzeit geht die Punkteteilung insgesamt in Ordnung.

 

Damit reist der SVV mit etwas Rückenwind zur längsten Auswärtsfahrt der Saison. Nach dem ersten Sieg gegen die beste Abwehr der Liga und dem anschließenden Punktgewinn gegen Grötzingen soll die kleine Serie nun natürlich weitergehen. Und wenn man schon über 35 Kilometer nach Jöhlingen fährt, wäre es doch ärgerlich, am Ende nur die Tankrechnung als Ausbeute vorweisen zu können.

 

Bei der Viktoria dürfte die Stimmung vor dem Duell mit unseren Blau-Weißen dagegen deutlich weniger entspannt sein. Die Walzbachtäler haben eine echte Seuchenwoche hinter sich: Am Donnerstag setzte es im Nachholspiel gegen den VfB Grötzingen eine deutliche 2:5-Niederlage, nur drei Tage später folgte gegen Schlusslicht TSV Spessart ein noch enttäuschenderes 1:3. Damit bescherten die Jöhlinger den „Ebern vom Spechtwald“ ausgerechnet deren ersten Saisonsieg. Viel bitterer kann eine Woche kaum laufen.

 

Doch damit nicht genug: Nach der Niederlage gegen Spessart legte auch der Jöhlinger Cheftrainer sein Amt nieder. Die Viktoria steht damit vor dem Duell mit dem SVV nicht nur sportlich unter Druck, sondern muss sich mitten in der laufenden Saison auch mit der Trainersituation auseinandersetzen. Die ohnehin angespannte Lage dürfte die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Völkersbach kaum einfacher machen. Nach vier Niederlagen in Folge herrscht in Jöhlingen also einiges an Unruhe – und unsere Blau-Weißen bekommen es am Sonntag mit einem Gegner zu tun, bei dem derzeit vieles zusammenkommt.

 

Dabei waren die Ambitionen vor der Saison durchaus andere. Nach einem starken zweiten Platz in der vergangenen Spielzeit, bei dem der Aufstieg in die Kreisliga erst in der Relegation verpasst wurde, wollte die Viktoria diesmal Nägel mit Köpfen machen und nach dem Abstieg 2023 endlich die Rückkehr ins Kreisoberhaus schaffen. Stattdessen geht es nun als Tabellenelfter in das Duell mit dem SVV. Aus den vergangenen vier Spielen holten die Jöhlinger keinen einzigen Punkt – der letzte Sieg gelang ausgerechnet auswärts beim derzeit formstärksten Team aus Bruchhausen.

 

Nach dem VfB Grötzingen trifft der SVV damit bereits auf den nächsten Gegner, der deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt. Während die Karlsruher vor dem Duell am Wasen immerhin mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen anreisten, steckt die Viktoria aktuell in einer handfesten Ergebniskrise. Für unsere Blau-Weißen bietet sich damit eine gute Gelegenheit, die eigene Serie auszubauen und die weite Reise mit drei Punkten zu belohnen.

 

Damit ist die Marschroute für Sonntag eigentlich ziemlich simpel: Die lange Anreise soll nicht zum langen Gesicht führen. Der SVV möchte die Jöhlinger Defensive ordentlich beschäftigen, hinten den Laden möglichst geschlossen halten und vorne dafür sorgen, dass die Anzeigetafel mehr Arbeit bekommt als unsere Jungs auf dem Beifahrersitz auf der Rückfahrt mit dem Navi.

 

Also: Tank voll, Fußballschuhe an und ab nach Jöhlingen. Über 35 Kilometer Anreise sind genug – die drei Punkte dürfen dafür gerne den kürzeren Weg zurück nach Völkersbach nehmen.

 

Auf geht’s, SVV!

H2H FCV - SVV

Vorbericht: Tom Wiedemer

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