Vorschau 13. Spieltag: TSV Auerbach – SV Völkersbach

Vorschau 13. Spieltag: TSV Auerbach – SV Völkersbach

Posted: | By svv-redakteur


Am Sonntag, 08.11.2026, geht es für unsere Blau-Weißen um 14:30 Uhr ins Pneuhage Stadion nach Auerbach. Und damit wartet auf den SVV diesmal nicht nur ein Auswärtsspiel, sondern auch ein ziemlich bemerkenswertes Extrem der Kreisklasse: Auerbach ist mit rund 1.800 Einwohnern der kleinste Ort der gesamten Staffel.

 

Kleiner wird es in dieser Liga also nicht.

 

Und trotzdem gibt es in dieser Saison ausgerechnet eine ziemlich große Gemeinsamkeit mit dem anderen Ende der Skala: Sowohl der kleinste Ort Auerbach als auch die große Kreisstadt Ettlingen sind nach ihrem Abstieg aus der Kreisliga in der Kreisklasse A2 gelandet. Das ist dann wohl die Fußballversion von „alle wieder auf Anfang“ – nur dass die einen dafür 1.800 Einwohner brauchen und die anderen mehr als 23.000.

 

Auf dem Platz sind die Einwohnerzahlen allerdings ziemlich egal. Da zählen bekanntlich andere Dinge. Tore zum Beispiel. Zweikämpfe. Und diese ominöse „Einstellung“, von der im Fußball immer dann gesprochen wird, wenn gerade keiner so genau erklären kann, warum es eigentlich nicht läuft.

 

Apropos Tore: Die bisherige Bilanz zwischen dem TSV Auerbach und dem SVV darf ausnahmsweise einmal mit breiter blau-weißer Brust vorgetragen werden. Gerade einmal acht Duelle gab es seit August 2007. Vier davon gewann Völkersbach, drei gingen an Auerbach, einmal wurden die Punkte geteilt. Auch beim Torverhältnis liegt der SVV mit 12:9 vorne.

 

Das Problem an der Sache: Die Statistik hat ungefähr genauso lange Urlaub gemacht wie dieses Duell.

 

Denn für die letzten gemeinsamen 90 Minuten muss man im Vereinsarchiv schon ziemlich weit zurückblättern. Fast 13 Jahre ist das letzte Aufeinandertreffen mittlerweile her. Wer sich noch genau an den 01.12.2013 erinnert, hat entweder ein verdammt gutes Gedächtnis – oder war damals schon regelmäßig am Wasen – durfte in diesen Jahren aber noch kein gutes Clubhausbier genießen. Anders ist das nicht zu erklären.

 

Damals setzte sich der SVV im heimischen Wasenstadion mit 4:0 gegen Auerbach durch. Vier Tore, kein Gegentor, klare Sache. Im Hinspiel war es dagegen deutlich knapper: Völkersbach ging zunächst sogar in Führung, musste sich am Ende aber mit 1:2 geschlagen geben.

 

Und dann war erstmal Schluss mit der gemeinsamen Fußballgeschichte.

 

Der TSV Auerbach verabschiedete sich nach dieser Saison aus der gemeinsamen Liga und stieg in die Karlsruher Kreisliga auf. Dort blieb man anschließend bis zum Abstieg in vergangener Saison. Der SVV hingegen durfte weiter seine Kreisklassen-Kilometer sammeln und gar selbst einen Aufstieg feiern – den Wiederaufstieg in die gewohnte A-Klasse 2023.

 

Nun treffen sich beide wieder.

 

Fast 13 Jahre später.

 

Das ist im Fußball schon eine ziemlich lange Pause. Spieler, die damals auf dem Platz standen, dürften heute teilweise schon selbst Kinder zum Fußball bringen. Und irgendwo im Clubhaus dürfte vermutlich noch ein alter Spielbericht herumliegen, der sich fragt, warum ihn nach all den Jahren plötzlich wieder jemand braucht.

 

Besonders kurios ist dabei, dass der letzte gemeinsame Spieltag nicht einfach irgendein Spiel war. Der 4:0-Erfolg des SVV am 01.12.2013 war für Auerbach gleichzeitig die vorletzte Niederlage, bevor die Mannschaft anschließend eine bemerkenswert lange Zeit ohne Abstieg überstand.

 

Man könnte also sagen: Damals hat Völkersbach noch einmal kräftig an der Auerbacher Tür geklopft – danach war der TSV erstmal jahrelang in anderen Etagen unterwegs.

 

Jetzt ist die Tür wieder offen.

 

Und diesmal geht es für beide um Punkte um den Klassenerhalt in der Kreisklasse A2.

 

Es wird also wieder bei null angefangen.

 

Und genau darin liegt auch der Reiz dieses Duells. Zwei Vereine, die sich jahrelang aus dem Weg gegangen sind, treffen wieder aufeinander. Der kleinste Ort der Staffel empfängt den SVV – und beide Seiten dürften ziemlich gespannt sein, was nach fast 13 Jahren Pause aus dem alten Duell geworden ist.

 

Unsere Jungs müssen dabei nicht beweisen, dass sie die Geschichte kennen. Sie müssen dafür sorgen, dass am Sonntag eine neue dazukommt.

 

Am besten eine mit blau-weißem Happy End.

 

Für den SVV gab es am vergangenen Sonntag am heimischen Wasen erneut ein Wechselbad der Gefühle.

Gegen Alemannia Bruchhausen entwickelte sich am Allerheiligentag das angekündigte Torfestival mit insgesamt zehn Treffern. Nach einem frühen Rückstand und zwischenzeitlicher Führung ging es mit einem 3:2 in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel legten unsere Blau-Weißen zunächst nach und bauten den Vorsprung auf 4:2 aus. Was anschließend folgte, war allerdings weniger erfreulich: Bruchhausen kämpfte sich zurück, glich innerhalb weniger Minuten aus und drehte die Partie in der Schlussphase sogar noch komplett. Am Ende stand eine bittere 4:6-Niederlage, obwohl der SVV zwischenzeitlich beste Chancen auf drei Punkte hatte. Nach zwei Niederlagen in Folge soll nun in Auerbach endlich wieder etwas Zählbares her.

 

Auch beim TSV Auerbach verlief die bisherige Saison durchaus wechselhaft. Als Kreisligaabsteiger hatte man sich vermutlich mehr erhofft, doch vor dem 13. Spieltag findet sich die Mannschaft lediglich auf Tabellenplatz neun wieder. Dabei begann die Saison durchaus vielversprechend: Zum Auftakt gab es einen torreichen 7:3-Erfolg gegen Ettlingenweier 2, anschließend ein solides 1:1 gegen Mitabsteiger und lange den Tabllenplatz 2 innehabenden SSV Ettlingen. Danach folgte allerdings eine überraschende 1:4-Niederlage gegen den VfB Grötzingen, der bis dahin noch ohne Saisonsieg gewesen war. Beim nächsten Torfestival gegen Forchheim 2 trennten sich beide Mannschaften mit einem spektakulären 5:5.

Zuletzt konnte Auerbach allerdings wieder einen wichtigen Erfolg verbuchen. Beim TSV Spessart am Spechtwald gelang ein knapper 1:0-Auswärtssieg. Damit beendeten die Auerbacher ausgerechnet die kleine Siegesserie der Gastgeber, die zuvor zweimal in Folge gewinnen konnten. Der entscheidende Treffer fiel erst nach der Pause.

 

Die bisherigen Ergebnisse zeigen jedenfalls: Bei Auerbach scheint von deutlichen Siegen über torreiche Unentschieden bis hin zu überraschenden Niederlagen alles möglich zu sein. Ein wirklich klares Bild lässt sich aus den bisherigen Auftritten kaum ableiten. Für unsere Blau-Weißen bedeutet das vor allem eines: Die Partie ist völlig offen – und vielleicht wird es nach all den Jahren auch Zeit, der alten Direktbilanz ein weiteres blau-weißes Kapitel hinzuzufügen.

 

Kleiner Ort, lange Pause, alte Rechnung.

 

Jetzt wird wieder Fußball gespielt.

 

Also: Zurück nach Auerbach, zurück zu einem Duell, das länger auf Eis lag als so mancher Kreisklassenrasen im Winter. Die historischen Ergebnisse dürfen gerne als Vorlage dienen und wenn am Ende wieder ein 4:0 auf der Anzeigetafel steht, hätten wir gegen eine Wiederholung ausnahmsweise überhaupt nichts einzuwenden. Man muss ja nicht jedes Mal das Rad neu erfinden.

 

Auf geht’s, SVV!

 

H2H TSVA - SVV

 

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