Vorschau 9. Spieltag: SC Neuburgweier – SV Völkersbach

Vorschau 9. Spieltag: SC Neuburgweier – SV Völkersbach

Posted: | By svv-redakteur


Am Sonntag, 11.10.2026, um 15:00 Uhr geht es für unsere Blau-Weißen an den Rhein zum SC Neuburgweier. Also raus aus dem Bergdorf, runter an den Fluss und rein ins nächste Auswärtsspiel.

 

Der Sportplatz liegt dabei quasi in Schussweite des Rheins. Sollte am Sonntag also einmal ein Ball etwas weiter fliegen, dürfte die Suche für die SCN-Jungs vermutlich erst flussabwärts hinter der niederländischen Grenze enden.

 

Direkt am Wasser wartet dabei nicht nur der nächste Gegner, sondern auch eine Vereinsgeschichte, die zeigt, dass Fußball in Neuburgweier nicht immer die erste Wahl war.

Als die Neuburgweirer 1906 als Freie Turnerschaft gegründet wurden, stand man dem runden Leder nämlich zunächst ziemlich skeptisch gegenüber. Der Fußball wurde damals sogar als „Fremdkörper“ bezeichnet. Erst 1921 setzten sich die Fußballer endgültig durch. Eine historische Entscheidung, für die wir heute durchaus dankbar sein dürfen. Denn sonst müssten unsere Jungs am Sonntag vermutlich mit Matten, Barren und Bock anreisen.

Und seien wir ehrlich: 90 Minuten Völkerball hätten zwar auch irgendwie was spannendes – aber beim Fußball fühlen wir uns dann doch deutlich wohler.

 

Auf dem grünen Rasen kennen sich beide Vereine inzwischen jedenfalls bestens. Seit September 2003 gab es bereits 24 Duelle zwischen dem SCN und dem SVV. Elfmal ging Völkersbach als Sieger vom Platz, achtmal jubelte Neuburgweier, fünfmal wurden die Punkte geteilt. Und dann wird es fast schon unheimlich genau: Beim Torverhältnis steht es 44:44.

24 Spiele, 88 Tore und kein einziger Treffer zu viel auf irgendeiner Seite.

Allerdings hat Neuburgweier zuletzt kräftig daran gearbeitet, diese Bilanz ein wenig zu seinen Gunsten zu verschieben. Beim letzten Aufeinandertreffen im April steckten beide Mannschaften mitten im Abstiegskampf. Unsere Blau-Weißen hatten die Partie zunächst gut im Griff und sahen lange Zeit nach dem besseren Team aus. Doch dann kippte das Spiel – und ausgerechnet kurz vor dem Schlusspfiff schlug der SCN noch einmal zu.

Lucky Punch, späte Entscheidung, zwei Punkte weg. Das komplette Fußball-Phrasenschwein dürfte damals gut gefüllt worden sein.

Das Hinspiel zuvor war dagegen deutlich mehr nach blau-weißem Drehbuch verlaufen. Daniel Vadasi traf früh, Niklas Nußbaum legte ebenfalls früh nach und am Ende stand ein 3:1-Heimsieg für den SVV. Davor allerdings vier Begegnungen ohne Völkersbacher Sieg... Neuburgweier ist damit so ein Gegner, bei dem man eigentlich nie genau weiß, was die 90 Minuten zu bieten haben.

Eines ist jedenfalls sicher: Wer gegen den SCN nach 85 Minuten schon gedanklich den Deckel draufmacht, könnte unangenehm überrascht werden. Denn die letzten Begegnungen haben gezeigt, dass ein Spiel erst dann entschieden ist, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Und nicht, wenn der eigene Kopf schon beim Feierabend ist.

 

Für unsere Blau-Weißen gab es am vergangenen Wochenende eine kleine Verschnaufpause. Der SVV hatte spielfrei und konnte damit nicht nur etwas Kraft tanken, sondern hatte gleichzeitig auch mehr Zeit, sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Das kann nach der 3:4-Niederlage beim SSV Ettlingen durchaus nicht schaden. Auch dort ging Völkersbach zunächst in Führung, musste sich dem Druck der Gastgeber aber letztlich verdient beugen und die drei Punkte in der Kreisstadt lassen.

Ganz ohne Positives ging der Auftritt im Ettlinger Baggerloch allerdings nicht über die Bühne. Immerhin gelangen unseren Jungs gegen die bis dahin beste Defensive der Liga gleich drei Treffer – und das gegen eine Mannschaft, die vor der Partie gerade einmal sechs Gegentore in fünf Spielen kassiert hatte.

 

Nun wartet allerdings eine Hintermannschaft, die diese Marke inzwischen sogar noch einmal unterboten hat. Der fünftplatzierte SC Neuburgweier stellt aktuell mit lediglich zehn Gegentoren in sieben Spielen die beste Abwehr der Liga. Offensiv sieht es beim SCN dagegen deutlich weniger spektakulär aus: In dieser Kategorie rangieren die Rheinstettener aktuell nur auf Platz zwölf von 15 Teams. Der SVV liegt zum Vergleich auf Rang fünf der Offensive und Rang sieben der Defensive. Heißt übersetzt: Hinten macht Neuburgweier bislang ziemlich konsequent die Schotten dicht, vorne hält man sich mit dem Toreschießen eher etwas zurück.

 

Der SCN selbst hatte am vergangenen Spieltag keine Pause und musste stattdessen den Weg hinauf zum Spechtwald antreten. Beim Tabellenletzten TSV Spessart kam Neuburgweier dabei allerdings nicht über ein 1:1 hinaus. Über weite Strecken blieb die recht ruppige Partie torarm, obwohl sich für die Gäste durchaus einzelne gute Möglichkeiten ergaben. Diese wurden jedoch nicht mit der nötigen Konsequenz zu Ende gespielt, sodass die Null auf Neuburgweierer Seite lange Bestand hatte.

Auch der TSV Spessart präsentierte sich dabei verbessert gegenüber den ersten Saisonwochen. Zwar fehlten den Gastgebern aufgrund von Ungenauigkeiten und einer insgesamt noch überschaubaren Spielidee die großen offensiven Akzente, das Tor hielt man dann jedoch die meiste Zeit über frei von gegnerischen Schüssen – was mitunter auch an der fehlenden Abschlussstärke, der SCN-Offensive an diesem Sonntag lag.

So mussten die Weierer bis kurz vor dem Schlusspfiff warten, ehe zumindest noch der Ausgleich gelang und man mit einem Punkt im Gepäck wieder den Berg hinunterfahren konnte. Für den SVV dürfte das Spessarter Schicksal dabei durchaus bekannt vorkommen: Beim letzten Gastspiel in Neuburgweier erlebten unsere Jungs bekanntlich selbst, wie eine Partie kurz vor dem Ende noch aus der Hand gegeben werden kann.

 

Für den SVV bedeutet das: Am Sonntag trifft eine Mannschaft mit etwas mehr offensivem Anspruch auf eine Mannschaft, die bislang vor allem über ihre Defensive kommt. 19 SVV-Tore treffen auf zehn SCN-Gegentore. Vieles wird also darauf ankommen, wer dem anderen sein Spiel aufzwingen kann – und ob unsere Blau-Weißen diesmal gegen die aktuell beste Abwehr der Liga auch das eigene Tor sauber hält.

 

Und falls es doch wieder eng wird, gilt diesmal bitte: Nicht ins offene Messer laufen, keinen Gang zurückschalten und vor allem bis zum letzten Pfiff hellwach bleiben und sich nicht mit Rheinwasser nass machen lassen.

 

Also: Ab an den Rhein, Fußballschuhe schnüren, Zweikämpfe annehmen und die drei Punkte ins Gepäck packen. Barren und Turnmatten bleiben zu Hause – wir sind schließlich zum Fußballspielen da.

 

Auf geht’s, SVV!

 

H2H SCN - SVV

 

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